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Musik digitalisieren

Alle Versuche, CDs mit in den Urlaub zu nehmen, gingen bei mir schief - es waren immer die falschen, die ich dabei hatte. Die, die ich hören wollte, waren zu Hause. So ging für mich ein Traum in Erfüllung, als die ersten MP3-Player mit Festplatte herauskamen, auf denen man alle Musik, die man besaß, in digitaler Form speichern und immer dabei haben konnte. Die Krönung war der Ipod Classic Ipod Classic mit einer 160 GB Festplatte. Das ist auch für eine größere Musiksammlung genügend Speicherplatz. Da SD-Karten immer preisgünstiger werden, gibt es inzwischen Player, deren Speicher man mit solchen Karten erweitern kann, z.B. den Pioneer XDP-02U XDP-02U von Pioneer. In Zukunft wandert die Musiksammlung vielleicht komplett in die Cloud, wer weiss, wie die Entwicklung weitergeht. Eine Alternative für aktuell 10 Euro pro Monat sind Musikdienste wie Deezer Deezer. Ihre Bestände werden immer umfangreicher, so dass es kaum noch Titel aus der eigenen Sammlung gibt, die man nicht findet. So kann man sich den ganzen Aufwand mit der Digitalisierung sparen. Trotzdem möchte ich die Erfahrungen, die ich beim Digitalisieren meiner Musik gesammelt habe, gerne mit Ihnen teilen. Vielleicht ist ja etwas Nützliches für Sie dabei. Noch eine Bemerkung: Hier geht es ja hauptsächlich um CDs, auf denen die Musik ja bereits digital gespeichert ist. Der korrekte Begriff für die Umwandlung in das MP3-Format heißt "Rippen". Weil das aber kaum ein Laie versteht, bleibe ich bei "Digitalisieren".

Was den Umgang mit Musik betrifft, da bin ich noch ziemlich altmodisch. Irgendwelche Einzeltitel aus dem Internet herunterzuladen - das ist nichts für mich. Meine Musiksammlung, das sind Alben - eine Reihe von Titeln, die zusammengehören, auf einer CD oder auf einer Vinyl-Schallplatte. Alben vom selben Interpreten gehören zusammen, aber natürlich gibt es auch Sampler mit Titeln von unterschiedlichen Interpreten. So ist meine Musikbibliothek aufgebaut und diese Struktur galt es abzubilden, damit ich auch unterwegs in der gewohnten Weise darauf zugreifen kann. Der Ipod Classic bietet mit der Funktion "Cover Flow" eine wunderschöne Unterstützung für diese Art, mit Musik umzugehen.

Überlegungen zum Platzbedarf

Auf eine CD passen 720 Megabyte Daten oder 72 Minuten Musik. Eine Minute belegt also 10 MB. Bei der Digitalisierung wird die Musik komprimiert. Als Maßeinheit für den Grad der Kompression nimmt man die Datenmenge, die pro Sekunde übrigbleibt. Bei dem verbreiteten Kompressionsgrad von 128 Kilobyte pro Sekunde wird pro Minute 1 MB benötigt, die Musikstücke werden also auf 10% ihrer Größe geschrumpft. Je höher die Kompression, desto schlechter die Qualität. Für verwöhnte Ohren empfehle ich 192 KBpS - da kommt beim Platzbedarf nochmal die Hälfte dazu und eine Minute Musik belegt 1,5 MB. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die CDs ja meistens nicht ganz voll sind, dann kommt man im Schnitt pro CD auf 80 MB, das heißt, auf einen Ipod mit 160 Gigabyte passen etwa 2000 CDs drauf. Ich selbst habe meine Musiksammlung mit 320 KBpS digitalisiert, aber das ist Luxus und den Unterschied können wahrscheinlich nur super trainierte Ohren hören.

Software zum Digitalisieren von Musik

Mit Download ItunesItunes bietet Apple kostenlos die Software an, die alles enthält, was zum Digitalisieren einer Musiksammlung notwendig ist. Nur für die Digitalisierung von Schallplatten braucht man Zusatzprogramme. Darauf gehe ich weiter unten im Text ein. Zur Wiedergabe ist kein Player von Apple notwendig, die Musikdateien können auf jedem beliebigen Gerät abgespielt werden.

Erforderliche Hardware und Zeitbedarf

Dass ein PC mit CD-Laufwerk erforderlich ist, versteht sich von selbst. Meist sind die in Notebooks verbauten Laufwerke nicht für den Dauerbetrieb geeignet und machen schnell schlapp. Deshalb empfehle ich die Anschaffung eines robusten und schnellen externen Laufwerks. Sollte die interne Festplatte des PCs nicht groß genug sein, können Sie auf eine externe Festplatte ausweichen. Und schließlich erhöht ein Paar guter Aktivlautsprecher den Genuss beim Abhören erheblich und versüßt so den Arbeitsaufwand, der notwendig ist, um die Musiksammlung zu digitalisieren. Und da muss man leider durch: etwa 5 Minuten dauert es, um eine CD einzulesen, so dass man mit CD wechseln usw. etwa 8 - 10 CDs pro Stunde schafft. Nebenher muss man sich halt eine Beschäftigung suchen, die man immer wieder unterbrechen kann, z.B. Musik hören. Der Trost ist, dass man den Aufwand nur einmal treiben muss, wenn man es geschickt anstellt. Und meine Beschreibung hilft Ihnen hoffentlich, ein paar Fehler nicht zu machen, die ich gemacht habe. Wenn es nicht pressiert, können Sie sich mit der Anschaffung eines mobilen Players ruhig Zeit lassen, bis Sie mit dem Digitalisieren fertig sind. Dann wissen Sie wenigstens, wie groß der Speicher des Players sein muss.

Die Struktur der Musikbibliothek

Itunes legt die Musikbibliothek im Ordner 

...User Ordner Eigene Musik Ordner iTunes Ordner iTunes Media Ordner Music

ab. Die Unterordner haben folgende Struktur:

Ordner Interpret Ordner Album Musikdatei 01 Titel 1.mp3

Sampler mit Titeln von mehreren Interpreten werden im Ordner

Ordner Compilations Ordner Album Musikdatei 01 Titel 1.mp3

abgelegt. Dabei ist im Dateinamen leider der Interpret nicht zu erkennen.

Der offizielle Name vieler Rockgruppen beginnt mit "The" (The Beatles). Zum Suchen ist das unpraktisch. Deshalb lasse ich das "The" weg, auch wenn dann der Name der Band nicht mehr ganz korrekt ist. Bei Einzelinterpreten könnte man auf die Idee kommen, sie mit "Nachname, Vorname" (Adams, Bryan) einzusortieren. Da sich das aber blöd liest und auch wenig gebräuchlich ist, lasse ich es bei "Vorname Nachname". Ich muss halt wissen, dass Herr Adams mit Vornamen Bryan heißt und deswegen unter "B" zu finden ist.

ID3-Tags

Musikdateien enthalten neben der Musik noch einen Datensatz, den sogenannten "ID3-Tag", der Informationen über den Titel beinhaltet. Neben Interpret, Album, Titelnummer, Titelname und Dauer können noch viele andere Daten erfasst werden. Wie kommen die da rein? In den meisten Fällen findet Itunes beim Digitalisieren einer CD über deren Artikelnummer die nötigen Informationen im Internet und trägt sie automatisch ein. Falls nicht, muss man sie manuell eintragen. Das ist aber wirklich nur ganz selten der Fall. Die erzeugten Musikdateien werden unter Verwendung dieser Informationen autmatisch benannt und in die entsprechende Ordnerstruktur einsortiert. Deshalb sollte man Korrekturen besser vor dem Digitalisieren vornehmen. Allerdings passt Itunes Dateiname und Ornerstruktur automatisch an, wenn nachträglich Änderungen an den ID3 Informationen vorgenommen werden.

Manche älteren mobilen Player können mit ID3-Tags nichts anfangen, sie zeigen nur Ordner und Dateinamen an. Andere verwenden ein spezielles Dateisystem und erlauben den Zugriff nur über die ID3-Tags. Damit Ihre Musikdateien universell verwendbar sind, ist es also erforderlich, dass beide Informationsarten sauber gepflegt sind.

Eine CD rippen

Wenn Itunes richtig konfiguriert ist, geht das fast wie von selbst.

  1. Itunes starten.
  2. CD einlegen - der Einlesevorgang startet automatisch.
  3. Die ID3-Tag Daten werden im Internet gesucht. Falls keine Daten gefunden werden, alles manuell erfassen.
  4. Auf "CD importieren" klicken - Der Einlesevorgang beginnt.
  5. Wenn alle Titel digitalisiert sind, wird die CD ausgeworfen.
  6. Falls gewünscht, muss jetzt noch ein Cover-Bild zu allen Titeln hinzugefügt werden.

Das Album wurde der Mediathek - Musik hinzugefügt und kann dort aufgerufen und weiterbearbeitet werden. Dazu jeweils einen, mehrere oder alle Titel auswählen, mit der rechten Maustaste auf die Auswahl klicken und "Informationen" auswählen. Wenn mehrere Titel ausgewählt wurden, wird die eingegebene Information jeweils für all diese Titel übernommen.

Cover-Bilder findet man im Internet - einfach nach Interpret und Album suchen. Ich werde meistens bei Amazon fündig. Wenn man ein passendes Cover gefunden hat, geht es wie folgt weiter:

  1. Bild mit der rechten Maustaste anklicken und "Kopieren" auswählen.
  2. In Itunes alle Titel markieren, mit der rechten Maustaste anklicken und "Informationen" aufrufen.
  3. Das quadratische Feld "Cover" mit der rechten Maustaste anklicken.
  4. Auf "Einfügen" klicken.

Jetzt ist in jeder Musikdatei das Bild mit dem zugehörigen Albumcover gespeichert und wird von Playern angezeigt, die dieses Feature unterstützen.

Itunes konfigurieren

Damit Itunes so arbeitet, wie hier beschrieben, müssen einige Einstellungen im Menü Bearbeiten - Einstellungen vorgenommen werden.

Reiter "Allgemein"

Itunes - Allgemein

Itunes Importeinstellungen

Das ist die Einstellung mit 320 KBpS. Natürlich können auch andere Datenraten gewählt werden.

Reiter "Erweitert"

Itunes - erweitert

Schallplatten digitalisieren

Eines vorneweg: Langspielplatten zu digitalisieren ist wesentlich zeitaufwändiger als das Rippen einer CD und kommt für mich deshalb nur für seltene Aufnahmen in Frage, die es nicht als CD gibt. Das Einlesen kann ja nur in Echtzeit passieren, dauert also so lange, wie die Platte dauert. Plus Vorbereitung und Aufbereitung ist da eine Stunde schnell vorbei, meistens sogar eineinhalb.

Wie aber kommt die Musik von der Schallplatte auf den PC. Dazu verbindet man die Tonbandausgangsbuchse des Verstärkers mit der Line-In-Buchse des PCs (falls er eine hat, sonst mit der Mikrofonbuchse). Eventuell sind noch Einstellungen in der Systemsteuerung (z.B. Sound - Aufnahme) erforderlich, damit man über diesen Eingang Aufnahmen machen kann. Das ist unterschiedlich je nach PC und Betriebssystem. Für die Digitalisierung ist eine Software erforderlich, die direkt im MP3-Format aufnehmen kann. Der kostenlose Download Freeware MP3 direct cutNero Wave Editor scheint da gut geeignet zu sein, habe ich aber noch nicht ausprobiert, denn es gibt eine bequemere Alternative.

Es gibt Plattenspieler, mit denen man, während man eine Schallplatte abspielt, den Ton im MP3-Format auf einen USB-Stick aufnehmen kann, z.B. den Download Freeware MP3 direct cutDenon DP-200 USB. Nach der Aufnahme steckt man den USB-Stick an den PC und überspielt die MP3-Dateien. 

Die einzelnen Schritte von der Langspielplatte in die digitale Musikbibliothek:

  1. Ich nehme - ohne auf die Titel zu achten - jeweils eine Seite komplett auf.
  2. Am Ende habe ich so 2 MP3-Dateien, die ich mit dem Programm Download Freeware MP3 direct cut MP3 direct cut in die einzelnen Titel auseinanderschneide und abspeichere,
  3. in Itunes importiere und entsprechend benenne damit
  4. Itunes die Titel in die oben beschriebene Ordnerstruktur einsortiert.
  5. Dann muss ich noch ein Cover basteln - da muss meistens der Scanner herhalten, wenn im Internet nichts zu finden ist.

An dieser Stelle können Sie nochmal überlegen, ob die Zeit nicht sinnvoller investiert ist, wenn Sie sich einfach nur vor die Stereoanlage setzen und Ihre Platten zu Hause anhören.

Stand: Dezember 2018 | Impressum